Aktueller Kommentar der "Neuen Aktion"

KomDübelei120519

BER - Opfer von Täuschereien, Vertuschereien, Lügereien, „Dübeleien“ und Unfähigkeit

Wer liest und hört, nimmt zur Kenntnis: Nichts am/um den BER seit der Standortfehlentscheidung hat sich geändert. Seit 23 Jahren, der Standortfehlentscheidung 1996, hat sich nichts geändert. Das Planungs– und Bau-Chaos wird von Täuschereien, Vertuschereien, Lügereien und nun noch durch „Dübeleien“ profiliert, weil Wahrheit und Transparenz über alle Unfähigkeiten, die jede Inbetriebnahme verhindern, immer aktuell zum Projekt–Ko geführt hätten.

Jetzt ist die „Dübelei“ dran

Erstaunt, überrascht, wütend und ungläubig sind Reaktionen von Lesern, Hörern und Sehern, die in den letzten Tagen über Medien erfuhren, dass auch der 8. Inbetriebnahmetermin von Politik, Flughafengesellschaft (FBB) und ihrem verantwortlichen Geschäftsführer, Stadtplaner Engelbert Lütke Daldrup (ELD, SPD) scheitern wird, diesmal wohl an „Dübelei“.

Unverdrossen wurden Warnungen von Gutachtern, TÜV, Experten und Hinweise auch auf dieser WEB ignoriert und bestritten. Die Gutachter des TÜV Rheinland erklärten die Anlagen nach wie vor nicht für abnahmefähig. Drei der fünf Brandmeldezentralen im Terminal seien „fehlerbehaftet“, wurde festgestellt. Darum seien weitere Anpassungsarbeiten erforderlich. Bei zwei Anlagen stellten sie fest, dass Veränderungen nicht dokumentiert seien. Trotz dieses Hintergrunds will, so die Erklärungen, die FBB die Freigabe der Brandmeldeanlage „Ende Juni 2019“ durchsetzen. Anfang Juli müssen spätestens die Wirk-Prinzip-Prüfungen aller Sicherheitssysteme beginnen, um den Inbetriebnahmetermin 2020 einzuhalten. Offensichtlich wird bei diesen Erklärungen die „Dübelei“ ignoriert.

Auch hier läuft hinter den Kulissen die FBB–Forderung, dass die Zulassungsbehörde, der Landkreis Dahme-Spreewald und sein Landrat Loge (SPD), die Sicherheitsvorschriften nicht zu ernst nehmen soll. Loge hat dieses unverschämte Ansinnen des ELD vorsorglich zurückgewiesen. Er ist wohl darüber informiert, dass ihm Gefängnis droht, wenn er dem Druck nachgibt und damit die öffentliche Sicherheit des Terminals nicht sicherstellt. Nur, sicher dürfen auch die Gutachter nicht sein, ob Loge standhaft bleibt. Ihm ist klar, dass im Fall von „Standfestigkeit“ ihm für die Nichteinhaltung des Inbetriebnahmetermins 2020 die Schuld in die Schuhe geschoben werden wird.

Nicht Fakten bestimmen, sondern politisch gewolltes „weiter so“

Es wurde/wird vertuscht und gelogen, dass sich die Balken biegen.  ELD, die Gesellschaftervertreter Ministerpräsident Woidke (SPD), der Regierende Bürgermeister Müller (SPD), der Vorsitzende des Aufsichtsrats, immer „dabei-nie da wenn die Luft brennt“, Bretschneider (SPD) machen der Öffentlichkeit und parlamentarischen Aufsichtsgremien weiter weiß: Im Oktober 2020 wird, so wie wir entschieden haben, der BER nach 14 Jahren Bauzeit in Betrieb gehen.

Als vorauseilende Ausrede für das Scheitern des Termins jetzt die Offenbarung des ELD: Es gibt neue und alte Gründe warum der Termin nicht „in Stein gemeißelt“ sei. Der möglich Schuldige wird präsentiert. Die Einhaltung des Termins liegt letztlich an der Genehmigungsfähigkeit von Dübeln an den Aufhängsystemen für  tausende Meter elektrische Sicherheitskabel. Da ist die vorgeschriebene Installation unabdingbar für die Einhaltung der Sicherheit von Mensch und System. Im Brandfall  müssen darum Dübel und  Wandbefestigung  die Kabel, die für die Sicherung lebensnotwendig sind, da halten wo sie aus Gründen der Sicherheit installiert wurden.

In Kenntnis dieser Fakten lügt ELD, wenn er immer wieder behauptet, 2020 wird eingehalten.

Eröffnungstermin 2020 scheitert an der Unfähigkeit zur Bauaufsicht durch ELD  

Jeder Baufachmann, auch Heimwerker, wissen, dass, die Anwendung, der Einsatz von Dübeln, in amtlichen Zulassungen zertifiziert geregelt ist. Nur für leichte Deckenbekleidungen, leichte Unterdecken oder Wandbefestigungen, die normalen, geringen Traglasten ausgesetzt sind, können auch Kunststoffdübel verbaut werden, die auch nicht hitzebeständig sein müssen. Mit Sicherheit wussten dies auch Bauleute die „gedübelt“ haben.

Haben sie ihr Wissen geheim gehalten oder wurde von den Verantwortlichen ein Maulkorb verhängt, weil es ELD und seinen vorher gescheiterten FBB Geschäftsführer Mehdorn (SPD) und Mühlenfeld nur darauf ankam, komme was will, mit teuer bezahlten „Sprintprogrammen“, schon 2013 oder wenigstens 2017 einen Inbetriebnahme durchzusetzen? Stellt sich nur noch die Frage: was wussten Gesellschafter und Aufsichtsräte über den Baupfusch wirklich, bzw. warum wussten sie nichts?

Das Ende

Weil, wie nun ermittelt, die Zulassungsbestimmungen für den Einsatz von Dübeln nicht ausreichend für die Anforderungen sind, wurde jetzt das gesamte System  als nicht abnahmefähig identifiziert. Einmal müssen die Dübel den Nachweis der Hitzebeständigkeit erfüllen. Sollten, wie behauptet, Kunststoffdübel verbaut worden sein, dann ist sicher, sie sind nur für Temperaturen von bis zu 40-50°, kurzfristig bis 85° zulässig zur Befestigung der Kabeltrassen.

Wenn, wie von der Flughafengesellschaft (FBB) behauptet, auch feuerfeste Stahldübel verbaut wurden ist die Sicherheit aber auch nur gewährleistet, wenn diese Stahldübel in Beton verbaut wurden. Kalksandsteine, die auf langen Strecken der Kabelverbauung Dübel und Kabelhalterungen befestigen sollen, können den Sicherheitsanforderungen auch nicht gerecht werden, weil ihre Stabilität bei Hitzeentwicklung nicht gewährleistet ist.

Bröckelnde und platzende Kalksandsteine halten auch Stahldübel nicht. Darum kennen Fachleute festgeschriebene Normen und nationale und europäische Zulassungsbestimmungen für „Dübelei“. Kunststoffdübel dürfen an Decken, Aufhängungen und an Fluchtwegen nicht verbaut werden, weil sie die Sicherheit für Leib und Leben nicht gewährleisten. Dübel müssen hier darum auch die notwendige Feuerbeständigkeit nachweisen.

Hitzebeständigkeit für Kunststoffdübel gibt es nur für eine Umgebungstemperatur von 85°C, wenn die Hitzentwicklung nur über Minuten anfällt. Darum warnen wissende Experten: Denken Sie immer an die Folgen eines Brandes – und verwenden Sie keine Kunststoffdübel für schwere Aufhängungen an Decken oder an den Wänden von Fluchtwegen.

Die Dübel-Lösung wäre im Baumarkt gefunden worden

Praktisch in jedem Baumarkt, bei Amazon oder EBAY sind Dübel und Ankersystem zu kaufen, die den bauaufsichtlichen Zulassungen entsprechen. Vor diesem Hintergrund ist es ein unverantwortlicher Skandal, dass die Inbetriebnahme an „Dübelei“ scheitern wird. Angeblich war dieser kommende Skandal schon seit Jahren absehbar, weil die „Dübelei“ im Terminal nicht den Bau– und Zulassungsvorschriften entsprach.

Was jeder Heimwerker weiß, wenn ich dübeln will, lasse ich mich am Baumarkt beraten, welche Dübel ich für welchen Zweck und für welchen Baustoff einsetzen darf? Warum waren die BER-Handwerker ahnungslos?

Ein weitere Höhepunkt des Skandals sind nun die „Schwanengesänge“ des Woidke und des Berliner Finanzsenators M. Kollatz (SPD). Woidke jammert: Die Menschen können vom BER Chaos nichts mehr hören. Sie wollen, dass der BER so schnell wie möglich in Betrieb geht.
Dass er einer der Hauptverantwortlichen für das Chaos ist, verschweigt er geflissentlich. Woher wer weiß, dass die Menschen wollen, dass der BER so schnell wie möglich in Betrieb geht, ist „pfeifen im Wald“.
Da nimmt dieser Ignorant nicht zur Kenntnis, dass es auch viele Menschen gibt, die den BER in Betrieb nicht wollen, auch weil sie wissen, dass fast 600 000 geplante Überflügen, ein Flughafen der nach Masterplan Ausbau 60 Mio. Passagiere abfertigen soll und dafür die bisher vertuschte 3. Start– und Landebahn bekommt, unmenschliche Folgen hat.

Denn, der Lärmteppich geht von Erkner im Osten bis weit hinter Ludwigsfelde im Westen, dem Berliner Süden und der Brandenburger Region bis Potsdam. Menschen die dies wissen, lassen sich von den Woidkes nicht ver…..en.

Zu guter Letzt – die selbsternannten Experten

Die Flughafengesellschaft versichert, dass der avisierte Eröffnungstermin nicht an den Dübeln hänge, und Finanzsenator Matthias Kollatz sagte letzte Woche im Abgeordnetenhaus, das Unternehmen werde „bis Oktober 2020 mit den Dübeln klarkommen“. Ob auch TÜV und Bauaufsicht mit den Dübeln klarkommen, ist eine andere Frage. Nur, er wird lernen: Machtarroganz kommt zu Fall.

Woidke, Kollatz, Müller, ihr Lautsprecher Aufsichtsratsvorsitzender Bretschneider und die servilen Kopfnicker, die sie parlamentarisch am Leben halten, werden im Herbst 2019 feststellen: Brandmeldeanlage und Sicherheitskabel - inklusive des Dübel-Problems - sind nach wie vor große Probleme. Es ist eben nicht gelungen, die vom TÜV festgestellten 11000 Mängel, davon 9357 wesentliche, zu beheben.

Ob sie jemals behoben werden können, und bis wann, ist so offen wie die Beantwortung der Frage, ob der BER jemals als Flughafen in Betrieb geht.


Doch noch Glanz und Mut

Der  Wirtschaftspolitische Sprecher der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, Christian Gräff, glänzt als Realist, wenn er als Lösung des Chaos eine Entkernung des Terminals als Chance für eine andere Verwendung und einen BER Neubau an einem anderen Standort in Aussicht stellt.

Was bleibt, ist auf dieser Web seit Jahren zu lesen: Neubau und Nachnutzung auf Grundlage des Projektentwurf „Zentralflughafen für Deutschland“ .

Redaktion NA



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Aus gegebenen Anlaß wollen wir auf einen Kommentar aus dem Dezember 2012 !! verweisen, in dem bereits vorgerechnet wurde, daß der BER als Singleairport niemals die Passagierzahlen bewältigen kann, die bereits damals abzusehen waren. Jetzt tun alle Verantwortlichen "überrascht". Mehr Verlogenheit geht nicht. Tegel wird offenbleiben müssen, SFX ( Schönefeld -alt ) ebenso. Damit ist die gesamte BER-Planung grandios gescheitert - wie vorausgesagt.

Von Anfang an - bereits mit der völlig falschen Standortwahl - waren alle heute bekannten Probleme vorprogrammiert.
Dazu gesellte sich eine bunte Schar an hilf-und ahnungslosen Politikern, die während ihres "Wirkens" am BER sämtlich die Lage nur verschlimmerten, dafür aber niemals auch nur den Hauch einer Verantwortung bei sich sahen. Die ebenso zahlreich wechselnden Chefs am BER passten sich den jeweils ahnungslosen Politikern an - mit dem Unterschied das alle bisherigen Chefversager mit dicken Abfindungen das Weite suchten.

Hier nun der Kommentar aus dem
Dezember 2012

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