Aktueller Kommentar der "Neuen Aktion"


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Zahnlose Tiger und Vertuscher – Bekenntnisse zum BER von ELD, Bretschneider und Fölster

Was vor dem Beteiligungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses (01.03.1019) das Licht des Tages erblickte, ist unglaublich. Der Vorsitzende des Ausschusses, Stroedter (SPD), verkündet nach Medienbericht (Tagesspiegel 02.03.2019) zu einer angesetzten Befragung der Firmen, die entscheidend für den Inbetriebnahmetermin 2020 sind: Sie werden vor dem Ausschuss am 14.03 2020 nicht erscheinen. Die Firmen „Bosch“ und „Caverion“ hätten mitgeteilt, dass sie sich der Vorladung verweigern. Diese Missachtung wird dann vom Vorsitzenden Stroedter bejammert.

Er verweist darauf, dass die Verweigerer zuständig sind für die Beseitigung auch selbst gemachten Pfuschs bei der Brandmeldeanlage und dem Lösch– Sprinklersystem. Sie verdienen sich seit Jahren an ihren Aufträgen doof und dusselig, bezahlt vom Steuerzahler. Der TÜV, zuständig für die Prüfung der Funktion dieser Anlagen, teilte als Gipfel der Parlamentsverarschung ebenfalls seine Weigerung zu Auskünften zum Stand der Pfuschbeseitigung mit. Denn, wie soll geprüft werden, was nicht fertig ist? Anstatt in die Rolle des zahnlosen Tigers zu schlüpfen, hätte Stroedter Entscheidungen herbeiführen müssen. Z. B. Lütke Daldrup, den Chaoschef, zwingen müssen, seine Vertragspartner vor den Ausschuss zu zitieren. Nächste Konsequenz: Entweder die Drückeberger erscheinen oder sie werden wegen Missachtung des Parlaments rausgeschmissen.

Ein Rausschmiss hätte für die Inbetriebnahme keine Folgen. Ob das Scheitern jetzt oder erst nach den Brandenburg-Wahlen (Sept. 2019) verkündet wird, ist egal, denn es wird so oder so nichts mehr mit dem BER.

Krampf gegen Verarsche

Stroedter und dem Ausschuss kamen Ahnungen. Die Weigerungen der Firmen nähren die Erkenntnis, dass an der BER Baustelle etwas nicht stimmen könnte. Die Chance für Inbetriebnahmetermin 2020 sei nur noch 50 zu 50, so darum seine Feststellung zum Desaster. Und Ahnungen, Annahmen, die Firmen hätten zur Unzeit – bereits vor den Landtagswahlen (Sept. 2019) in Brandenburg - offenbaren müssen, dass im Herbst die nächste Verschiebung zur Inbetriebnahme auf den St. Nimmerleinstag verkündet werden muss. Diese Offenbarung wollten Stroedter und Genossen der Brandenburger SPD und ihrem Woidke nicht antun. Darum blieb es beim zahnlosen Jammern.

Was bleibt?

Offensichtlich die Erkenntnis, dass das Geschwurbel von „Flughafenchef“ Lütke Daldrup (ELD, SPD) und seinem Lautsprecher, dem Aufsichtsrats-Vorsitzenden Bretschneider (SPD), auch Einfältigsten auf den Wecker geht. Seit Jahren kam in Quartalsfolge die Botschaft der BER sei zu 95% fertig. Die ausstehenden 5% würden die Inbetriebnahme nicht aufhalten. Es gäbe ausreichende Zeitpuffer, um das Chaos wegzuarbeiten, so die Gebetsmühle. Jetzt, nachdem diese Verdummungspropaganda nach sieben gescheiterten Inbetriebnahmeterminen nicht mehr zieht, werden für den Termin 2020 neue Behauptungen der Protagonisten verbreitet, die wieder nur Verschleierung ausdrücken.
Was heißt: „die Sachverständigen des TÜV und der FBB -Bauorganisation“ hätten sich „aufeinander zubewegt“.? Was bedeutet diese ELD–Aussage in Wirklichkeit? „Zubewegt“ sagt nichts, weil Angaben über Abstände auf dem Weg nicht konkret gemacht wurden. „Die Baufertigstellungsanzeige wird im Herbst 2019 erwartet“. Mit ungewisser Zeitangabe (Herbst) sollen Abgeordnete und Öffentlichkeit mit Ungewissheiten in Hoffnung gehalten werden. ELD „erwartet“, so wie die Dinge liegen, lange über den Herbst hinaus.

Weiteres Zitat ELD: „Auf der Fertigstellung der Brandmeldeanlage und dem Fortschritt bei den Kabelgewerken für die Sicherheitsstromversorgung und der Sicherheitsbeleuchtung liegt weiterhin das besondere Augenmerk der Bauorganisation. Zum prognostizierten Zeitpunkt des Abschlusses der Arbeiten in diesen Gewerken haben sich die Sachverständigen des TÜV und der FBB-Bauorganisation aufeinander zubewegt. Der Aufsichtsrat und die Bauleute der Flughafengesellschaft gehen unverändert von der Inbetriebnahme des BER im Oktober 2020 aus. Weitere Reserven sind vorhanden.“ Was heißt „Erwartung“ der Baufertigstellungsanzeige? Nichts! Erwarten kann und darf man viel, aber nichts Konkretes. Erwartung ist Hoffnung und Glaube. In jedem Fall eine unbestimmte Angabe. Die Fertigstellung der Brandmeldeanlage mache Fortschritte, so die nächste Verkündung des ELD. „Fortschritte“ auch an diesen Anlagen werden seit fünf Jahren verkündet. Jeder, der des Lesens und der Interpretation von Fortschritt mächtig ist, weiß, mit diesem Begriff wird das Ende des Ziels in Ferne gerückt. Dann geht es um „Augenmerk“ der Bauorganisation für die Sicherheitsstromversorgung und Sicherheitsbeleuchtung.

Was besagt Augenmerk?
ELD und Co. sehen hin, mehr nicht! Ob sie richtig sehen, darf vor dem Hintergrund ihrer Qualifikation ernsthaft bezweifelt werden. Hinsehen bedeutet dann auch nichts tun. Und dann noch: Man hat sich aufeinander „zubewegt“, auch hier wieder Gerede. Aufeinander zubewegen heißt im Klartext: Es gibt zum Problem keinen Gemeinsamen Lösungsansatz. Man muss nicht Diplomat sein, nur gesunden Menschenverstand anwenden, dann weiß man, hier wird mit Leerformeln die Wahrheit vertuscht. So geht das Geschwurbel weiter, Aufsichtsrat und Bauleute, die Flughafengesellschaft, gehen „
unverändert“ von der Inbetriebnahme des BER im Oktober 2020 aus. Wir halten, so die Interpretation, diese Behauptung aufrecht, weil sie das Einzige ist, was wir wirklich noch zu sagen haben. Weiter wird wie seit Jahren fortgesetzt behauptet: “Weitere Reserven (Zeitpuffer) sind vorhanden.“ Auch die Quatscherei von „Reserven“ ist Standardaussage seit Jahren, eine faule Ausrede. Sie ist so unglaubwürdig, wie alle solche Behauptungen und alle Faktenvertuschungen, die Abgeordneten, der Öffentlichkeit und Medien seit Jahren Sand in die Augen streuen.

Wir erinnern an dieser Stelle gern an die nicht enden wollende „Zielkurve“ des Regierenden Bürgermeisters zum „Terminband“ der seit 2014 verkündeten Eröffnung 2. Halbjahr 2017, die im Januar 2017 abrupt abstürzte.

Der Bauchredner

Höhepunkt von Faktenvertuschung sind dann jedes Mal Aussagen des „immer dabei, im Zweifel nie da“ Vorsitzenden des Aufsichtsrats Bretschneider (SPD). Zitat seine Schwurbelei nach der letzten Aufsichtsrats-Sitzung: „Auch wenn weiterhin nicht jeder Arbeitsschritt eine terminliche Punktlandung wird, kommen wir am BER gut voran. Wir schauen sehr engmaschig auf die Arbeiten am BER und sind sehr genau über den Stand der Fertigstellung in den einzelnen Gewerken informiert. Insofern hat uns die heutige Sitzung darin bestärkt, weiterhin am Eröffnungstermin Oktober 2020 festzuhalten.“ „Punktlandung“ nicht nötig, denn „wir kommen gut voran“. So und ähnlich sind die Sprüche des B seit Jahren bekannt. Jedes Desaster, jede Verschiebung der Inbetriebnahme, ist für B: Seidt ruhig, es wird schon alles gut. Immer ist er „bestärkt“, wenn es darum geht, als Diener seiner Auftraggeber die Öffentlichkeit besoffen zu quatschen.

Klassisch B noch: Auf der Fertigstellung der Brandmeldeanlage und dem Fortschritt bei den Kabelgewerken für die Sicherheitsstromversorgung und der Sicherheitsbeleuchtung liegt weiterhin „das besondere Augenmerk der Bauorganisation“. Es wird hin gesehen auf das selbstverschuldete Elend und Desaster, wäre Klartext. Zum prognostizierten Zeitpunkt des Abschlusses der Arbeiten in diesen Gewerken haben sich die Sachverständigen des TÜV und der FBB-Bauorganisation aufeinander zubewegt. Der Aufsichtsrat und die Bauleute der Flughafengesellschaft gehen unverändert von der Inbetriebnahme des BER im Oktober 2020 aus. Weitere Reserven sind vorhanden. Wieder bewegt sich etwas aufeinander zu, gibt es Reserven und darum steht der Oktober 2020 als Inbetriebnahmetermin „unverändert“ fest. Es ist so, als ob B solche Sprüche durch jahrelange stoische Wiederholungen schon auswendig gelernt hat.

Und dann das noch

Vorgeladen als „Zeugin“ der denkwürdigen Ausschusssitzung war auch noch die „Vorstandschefin Finanzen“ der FBB, Heike Fölster. Nach ihrer Bestellung (2013) im Amt stellte sie fest: Von Anfang an war „der Einfluss der Politik stark“. Im Unternehmen „habe es kein effektives Finanzwesen gegeben“. Es gab, so offenbarte sie weiter, „kein vernünftiges Baucontrolling, keine vernünftige Buchhaltung, kein Risikowarnsystem“. Als Gipfel der Offenbarung: „Tankquittungen (wurden) in Papierform eingereicht“…Im Vergleich zu Firmen, wo sie vorher tätig gewesen sei, habe man hier um Jahre zurückgelegen“.

Es ist nicht bekannt ob und wie Stroedter und seine Ausschussmitglieder auf diese ungeheuerlichen Offenbarungen der Fölster reagiert haben. Ihre Aussage heißt im Klartext: Bis ich kam, war die FBB eine „Klümkesbude“, ohne jede Kenntnis über den Zustand ihre Finanzen. Nach den Aussagen von Fölster stellt sich die Frage, wie die FBB bis 2013 an die Testate der Wirtschaftsprüfer gekommen ist, die seit über einem Jahrzehnt die Bilanzen geprüft haben. Haben diese Prüfer über Jahre die Augen zugedrückt, nicht gemerkt, was Fölster sofort erkannte. Oder hat Fölster zur Rettung ihrer „Ehre“ einen Bären aufgebunden, um Eindruck zu ihrer Qualifikation zu machen? Normal, angemessen, wäre nach diesen Behauptungen ein Rausschmiss von Fölster.

Dieser wird ausbleiben, weil sie wohl die Wahrheit mitgeteilt hat. Diese Wahrheit sagt über die Zustände, die Unternehmenskultur und die Qualifikation voriger "Finanzchefs" und den verantwortlichen "Flughafenchefs“ Schwarz, Mehdorn, Mühlenfeld, mehr als man glauben durfte. Keiner hatte "den Laden" im Griff.

Fazit

Wer diese Täuschungen und Unwahrheiten, die seit Jahren von der FBB und ihren Gesellschaftern verbreitet werden, nicht hinterfragt, einfach schön berichtete, sich der Kommentierung von „Geschwurbel“ vornehm entzieht, muss sich fragen lassen, ob er die Rolle eines BER Schutzpatrons eingenommen hat oder einnimmt. Die Stunde rückt näher, zu der auch Protagonisten in Print oder RBB die Kurve bekommen werden.
Wer zwischen den Zeilen liest, erkennt schon Absetzbewegungen. Vielleicht ist es eben doch richtig einzugestehen zur Rettung eigener Glaubwürdigkeit: weil jahrelang alles ignoriert oder in Schweigespiralen gesteckt wurde, muss nun die Wende kommen. Was mit Faktenwissen spätestens seit 2011 (z.B. Konzept „Zentralflughafen für Deutschland“… und 50 weiterer Kommentare auf
ber-na.de) als zwingende Problemlösung zum Abbruch des BER Desasters öffentlich war, bestätigt sich! Niemand in Medien kann darum sagen und behaupten, guter Glaube war der Anlass für kritiklose oder nicht recherchierte Berichterstattung. Sie werden Zeuge von Verzweiflungstaten durch ELD und die Politik, die bewusst auf den Leim kriechen wollte und gekrochen ist.

Ab Herbst 2019 werden sie Zeuge, wie irgendwie der Versuch gestartet wird, TXL zu schließen, SXF gegen bestehendes Recht weiter zu betreiben und Rudimente des BER in Betrieb zu nehmen. Sie werden Zeuge, wie Bürgerinitiativen, „Neue Aktion“ und Experten, die alle seit langem gewarnt haben, bestätigt werden von der sich durchsetzenden Wahrheit.

Redaktion NA




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Aus gegebenen Anlaß wollen wir auf einen Kommentar aus dem Dezember 2012 !! verweisen, in dem bereits vorgerechnet wurde, daß der BER als Singleairport niemals die Passagierzahlen bewältigen kann, die bereits damals abzusehen waren. Jetzt tun alle Verantwortlichen "überrascht". Mehr Verlogenheit geht nicht. Tegel wird offenbleiben müssen, SFX ( Schönefeld -alt ) ebenso. Damit ist die gesamte BER-Planung grandios gescheitert - wie vorausgesagt.

Von Anfang an - bereits mit der völlig falschen Standortwahl - waren alle heute bekannten Probleme vorprogrammiert.
Dazu gesellte sich eine bunte Schar an hilf-und ahnungslosen Politikern, die während ihres "Wirkens" am BER sämtlich die Lage nur verschlimmerten, dafür aber niemals auch nur den Hauch einer Verantwortung bei sich sahen. Die ebenso zahlreich wechselnden Chefs am BER passten sich den jeweils ahnungslosen Politikern an - mit dem Unterschied das alle bisherigen Chefversager mit dicken Abfindungen das Weite suchten.

Hier nun der Kommentar aus dem
Dezember 2012

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