Kom Erbärml040916

Der Versuch, der Öffentlichkeit weiß zu machen 2017 wird geflogen, ist nur erbärmlich.

Nach viermalig gescheiterten Versuchen der Inbetriebnahmen des BER, steht das fünfte Scheitern vor der Tür. So erbärmlich wie alle Begründungen für die Scheiterei, war die Vielzahl der Versuche, auch das fünfte Scheitern einer Eröffnung zum Winterflugplan 2017 der Öffentlichkeit zu verheimlichen und vollmundig dagegen anzureden. Was da vom Fluchhafenchef Mühlenfeld, unfähigen Lautsprechern wie Berlins Bürgermeister Müller (SPD), Brandenburgs Ministerpräsident Woidke (SPD), seinem Bauchredner Staatsekretär Bretschneider (SPD) an Selbstbetrug zu Wahrheiten umgedichtet wurde, ist schon vor Bekanntgabe des nächsten Scheiterns einfach nur erbärmlich.

Jetzt, wo die Fakten die Versager wieder einmal einzuholen drohen, bequemen sich Berufene und Unberufene einer kritischen Distanz zur Propaganda des fünften geplanten BER Eröffnungstermins. Dass dieser Termin in Kenntnis öffentlich gemachter Fakten, z. B in zig Kommentaren auf www.ber-na.de seit langem nur Illusion und Selbstbetrug war, davon war nirgendwo etwas in den Gazetten zu lesen. Nirgendwo war in den letzten Monaten eine Aufforderung nachzulesen: Müller, Mühlenfeld hört endlich auf, gebetsmühlenartig zu behaupten: 2017 ist noch möglich. Wir veröffentlichen im Interesse der Wahrheit solche Behauptungen nicht mehr. Stattdessen durften selbst unsinnigste Behauptungen zur Eröffnungsmöglichkeit 2017, medial auch noch unkritisch transportiert, das Licht der Öffentlichkeit erblicken.

Erbärmlich und Zeichen der Verzweiflung ist jetzt die Erklärung der Lufthansa (LH), doch bitte den Inbetriebnahmetermin BER auf 2018 zu verschieben. Der simple, aber faktisch richtige Grund, so LH, Wind und Wetter. Dass LH die BER–Versager nun auch noch öffentlich auf die Risiken ihrer Planung 2017 hinweist, ist entweder der Versuch, die Unbelehrbaren und Unfähigen über öffentlichen Druck zu belehren oder der Hintergedanke, nachdem bis 2018 sowie so noch viel Wasser die Spree herunterfließt, Gründe zu finden, das BER Desaster endgültig als irreversibel zu akzeptieren.

Erbärmlich ist weiterhin manche Berichterstattung, die sich seit Jahren darin erschöpft, in ihren Medien mit der Vertuschung von Wahrheiten, Halbwahrheiten nebst Verbreitung von bei Hofe erwünschter Propaganda sich dem Pleiten, Pech und Pannenprojekt anzudienen. Dabei ist seit Jahren bekannt, von Experten und Bürgerinitiativen, der „Neuen Aktion“ (NA; www.ber-na.de) öffentlich gemacht, was die eigentliche Wahrheit zum Desaster ist:

Der BER ist eine gigantische Fehlplanung. Alles begann mit der Fehlentscheidung des Baus am Standort Schönefeld, der mit politischer Gewalt durchgesetzt wurde. Wie dann 15 Jahre, bei inzwischen zugegebener Standortfehlentscheidung, einfach mit dem BER Bau weitergemacht wurde, ist Ergebnis von Wahnsinn, Dummheit, Arroganz und Missachtung von Verantwortung für politisches Tun.
Prinzip: Es ist das Recht der Politik „schlechtem Geld immer weiteres hinter her zu werfen“ und mit sachfremden Erwägungen politische Ziele umzusetzen.

Schon auf der Anhörung zum Bauantrag 2001 in Oberschöneweide wurde exakt vorgerechnet, dass der falsch geplante BER weit über 10 Mio. DM kosten wird.
Zusätzlich wurde dem amtierenden Brandenburgischen Verkehrsminister Meyer (SPD) das Ergebnis dieser Kostenrechnung schriftlich mitgeteilt
(Siehe Brief M. im Anhang zum Kommentar). Darauf, wie auch auf andere Einwände von Bürgerinitiativen, die das kommenden Desaster erkennen ließen, gab es keinerlei Reaktion.

In unzähligen Veröffentlichungen des Bürgervereins Brandenburg Berlin (BVBB), im Blog von Frank Welskop und nach 2011 in Stellungnahmen anderer Bürgerinitiativen, wurde vorhergesagt, erklärt und mit Fakten belegt, wie das Ende des BER aussehen wird.
Alle diese Warnungen und Mahnungen fanden in der Politik keine, medial nur unzureichende Gnade.


In zig Kommentaren hat Neue Aktion auf www.ber-na.de die Fehlplanungen - zu klein, zu teuer, nicht ausbaufähig - bis ins Detail belegt, die Problemlösung Neuplanung für einen neuen Standort aufgezeigt. Unabhängig davon, dass es nicht zur Arroganz der Politik passt, ihrer Wowereits (SPD), Platzecks (SPD), Müllers (SPD) Woidkes (SPD), ihrer diversen Nachläufer und Bauchredner in CDU, bei Linken oder Grünen, zu akzeptieren oder honorieren, dass es Bürgerinitiativen waren, die fachkundiger urteilten als sie selber es in der Lage waren, gab es in der Regel die Schweigespirale in den Medien.
Anstatt auf die Fakten hinzuweisen, sie öffentlich zu machen und damit der Wahrheit zu dienen, wurde immer wieder die Hoffnungspillen und Wolkenkuckucksheime der BER Protagonisten nachgeschrieben.

Jetzt, wo der nächste mediale Schwenk zu „kritischer Berichterstattung“ zum Scheitern 2017 ansteht, wird es mit Sicherheit keine Hinweise dazu geben, dass z. B. NA. Experten den Termin 2017 seit Jahren in das Reich von Träumern versetzt haben.
Nachzulesen ist, dass „Anwohner“ skeptisch waren. Sollen so Bürgerinitiativen anonymisiert werden um eigenes schlechtes Gewissen zu beruhigen?
Auf keinen Fall den Bürgerinitiativen Fachkunde bescheinigen, ihnen zugestehen, dass sie im medialen Prozess die Einzigen waren, die ohne Illusionen die Wahrheit verkündet haben.

Darüber, dass die Baurechtsbegründung zum neuen Ankunftsterminal (D2), bei rechtswidrigem Weiterbetrieb vom Flughafen SXF, rechtsstattlichen Genehmigungsverfahren einfach die Basis nimmt, ist kein Wort in den Medien zu lesen. Davon, dass eine propagierte Erweiterung des BER durch Neubau eines Terminals (T2) in den Sternen steht, weil bis heute noch nicht einmal ein ergänzender Planfeststellungsantrag bei der Luftfahrtbehörde eingegangen ist, genauso kein Wort.
Und man fragt sich, wie lange der Kaiser noch in seinen neuen Kleidern herumlaufen wird, ehe der ganze Schwindel auffliegt.

Redaktion
Neue Aktion (NA)
Hier der Brief an Minister Meyer
030215 Brief an Minister Meyer